Ruhestörung durch Hundegebell: Wenn der beste Freund des Menschen Ärger bereitet

Ein Hund bellt und zeigt seine Zähne

Ein schöner Sonntagmorgen, die Sonne scheint, der Tag kann entspannt beginnen. Doch der Hund der Nachbarn bellt wieder ununterbrochen. Und damit ist die Gemütlichkeit vorbei. Ausschlafen und Entspannung sind unmöglich, ein Frühstück auf der Terrasse im besten Fall Wunschdenken. Was einmalig vielleicht als Ärgernis angesehen werden kann, endet bei wiederholtem Auftreten immer häufiger als Fall für das Ordnungsamt und die Polizei: Ruhestörung durch Hundegebell ist immer wieder ein schweres Streitthema unter Nachbarn.

Ruhestörung durch Hundegebell: Ein häufiger Konfliktgrund

Ruhestörung durch Hundegebell ist ein bekanntes Problem. Besonders in Mehrfamilienhäusern und eng beieinanderstehenden Reihenhäusern kann der tierische Begleiter der Nachbarn durch bellen, jaulen oder winseln schnell eine akustische Belastung darstellen. Wenn dies regelmäßig vorkommt, sind Stress und Nachbarkeitsstreits vorprogrammiert. Häufig kann ein Gespräch die Situation entschärfen. Doch wenn der Hund nicht ausreichend erzogen ist, wird das Hundegebell immer wieder für Konflikte sorgen. Oft sind Hundebesitzer und Nachbarn gleichermaßen überfordert mit der Situation.

Wie ist die Rechtslage bei Hundegebell?

Hundebellen ist ein häufiger Streitpunkt in der Nachbarschaft, der nicht selten vor Gericht endet. In vielen Fällen wird das Gebell als Ruhestörung gesehen und in der Rechtslage entsprechend behandelt. Aber nicht jedes Bellen oder Winseln ist unzumutbar für die Nachbarn. Deshalb sollten Hundebesitzer einige Regeln einhalten, um den Nachbarn nicht zu stören und um Konflikte zu vermeiden. So gelten zwischen 22:00 Uhr und 6:00 Uhr sowie zwischen 13:00  Uhr und 15:00 Uhr Ruhezeiten, in denen die Nachbarschaft nicht durch laute Geräusche gestört werden darf. Bellt zudem ein Hund mehr als zehn Minuten am Stück oder über eine halbe Stunde am Tag, gilt dies als Ruhestörung. Eine amtliche Beschwerde kann in solchen Fällen bereits zu einem Bußgeld für den Halter führen.

Wie wird in der Praxis mit Ruhestörung durch Hundegebell umgegangen?

Dass ein Hund keine Uhr lesen und nicht nach einer halben Stunde per Knopfdruck abgestellt werden kann, ist jedem bewusst. Auch die Lautstärke des Hundegebells variiert, abhängig von Hunderasse und Größe des Tieres. Ordnungsämter und Gerichte wissen über diese Unterschiede. Deshalb kommt es häufig zu so genannten Einzelfallentscheidungen, bei denen geprüft wird, wie vorgegangen wird und wie viel Lärm für die Betroffenen zumutbar ist.
Dabei spielt sowohl die Wohnsituation, als auch die Weitläufigkeit von Grundstücken eine wichtige Rolle. Auch die tatsächliche Lärmbelästigung und die Lautstärke werden in die Entscheidung mit einbezogen. In einer ländlichen Umgebung gelten Hunde beispielsweise zum Alltagsbild dazu. Auch durch die Weitläufigkeit der Grundstücke ist das Bellen rechtlich länger zumutbar, als in einem Hochhaus in der Großstadt. Geht so ein Streitfall vor Gericht, ist also nicht automatisch das Urteil gegen den Besitzer klar. Es wird individuell entschieden.

Wie kann ich damit umgehen, wenn ein Hund in der Nachbarschaft ständig bellt?

Der Gang vor Gericht sollte der letzte Schritt sein. Wer von dieser Ruhestörung betroffen ist, sollte zunächst einmal versuchen, das Gespräch mit dem Besitzer zu suchen. Dabei ist es wichtig, nicht wutentbrannt hinzustürmen und loszuschimpfen. Bewahren Sie Ruhe, auch wenn der Lärm eine große Belastung ist. Versuchen Sie zu verstehen, warum der Hund bellt und erklären Sie, warum Sie sich gestört fühlen. So lässt sich oft schnell und im beiderseitigen Einvernehmen eine Lösung oder ein Kompromiss finden. Oft ist es den Hundehaltern unangenehm, einen „Kläffer“ zu haben. Sie sind ebenso gestresst, wenn sie ständig versuchen den Hund ruhig zu halten. Bei einigen Hunderassen ist das schlichtweg nicht möglich. Deshalb ist ein Gespräch immer ein guter Lösungsansatz, damit beide Seiten Verständnis füreinander entwickeln können. Kommen Sie auf keinen Fall auf die Idee gleiches mit gleichem zu vergelten. Selbst Lärm zu machen, sonntags beispielsweise Rasen zu mähen oder die Musik mitten in der Nacht aufzudrehen, schürt weitere Konflikte.

Wenn es unvermeidbar erscheint, den Besitzer anzuzeigen, ist ein Lärmprotokoll wichtig. Wann, wie lange, wie oft und wie laut bellt der Hund? Was wurde im Vorfeld getan, um die Situation zu lösen?
Auch sollten zusätzliche Zeugen, z.B. weitere Nachbarn gefunden werden, die sich ebenfalls gestört fühlen und bereit sind, die Ruhestörung durch Hundegebell zu bezeugen. Letztendlich ist die Polizei der Ansprechpartner, um eine entsprechende Anzeige aufzunehmen.

Ein Hund guckt in die Kamera, um ihn herum liegen zerstörte Alltagsgegenstände.
Wenn Hunde Langeweile haben, müssen häufig Küchenrollen, Sofakissen und die Dekoration als Spielobjekte herhalten. Daraus entstehender Lärm kann vor allem bei wiederholtem Auftreten zum Streitpunkt in der Nachbarschaft werden. Wer einen Hund besitzt, sollte also darauf achten, ihn entsprechend auszulasten.

Warum bellt der Hund?

Hundebesitzer lieben ihre vierbeinigen Freunde und sind sich dieser Lärmbelastung oft bewusst. Denn sie empfinden das Bellen des eigenen Hundes als Kommunikation und als nicht störend. Steht dann plötzlich ein Nachbar mit einer Beschwerde vor der Tür, sind viele Hundehalter unangenehm überrascht.
Oft bellen Hunde, weil ihnen Beschäftigung fehlt. Oder sie versuchen auf ein Problem wie z.B. Hunger, Durst oder eine volle Blase aufmerksam zu machen. Angst kann auch eine Rolle spielen. Einige Hunderassen sind als Schutz- und Wachhunde gezüchtet. Diese Tiere sehen ihre Aufgabe darin, Eindringlinge durch bellen anzuzeigen oder zu vertreiben.

Wie kann ich als Hundebesitzer reagieren?

In vielen Fällen lässt sich das Problem mit Training beheben. Am besten sollten sich Hundebesitzer kompetente Hilfe bei einem Hundetrainer suchen. Ist der Hund nicht ausgelastet, sind lange Spaziergänge oder das Üben von Tricks eine gute Lösung. Wenn das Tier durch die Berufstätigkeit der Halter lange allein sein muss, sollten Sie über einen Hundesitter nachdenken.

Auf keinen Fall darf der Hund für sein Verhalten bestraft werden. Das Tier ist nicht das Problem, es macht nur darauf aufmerksam. Deshalb sollten Hundehalter zunächst, die Ursache für das Verhalten ihres Vierbeiners herausfinden und verstehen.

 

 

Foto: Fotolia/Reddogs
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