Die zwei Wochen zwischen Weihnachten und Neujahr sind für viele Wohnungen die längste Abwesenheit des Jahres. Und es ist die Zeit, in der die Bedingungen am ungünstigsten sind: draußen Frost, drinnen abgestellte Heizung, niemand da, der etwas bemerkt. Die meisten Schäden, die in dieser Zeit entstehen, sind keine Katastrophen, sondern Kleinigkeiten, die zu lange unbemerkt bleiben. Wer seine Wohnung im Winter für längere Zeit verlässt, kann das mit einer knappen Stunde Vorbereitung verhindern.
Die Heizung ganz abzudrehen spart nichts und kostet oft
Der Reflex, vor der Abreise alle Thermostate auf null zu drehen, ist verständlich und falsch. Eine ausgekühlte Wohnung nimmt Feuchtigkeit anders auf, Bauteile kühlen bis in den Kern aus, und das Wiederaufheizen nach der Rückkehr verbraucht mehr Energie, als die Absenkung eingespart hat. Bei Außentemperaturen unter null kommt das Risiko einer eingefrorenen Leitung dazu.
Wer die Wohnung im Winter verlassen will, stellt das Schneeflockensymbol ein, das den Raum bei etwa fünf bis sechs Grad hält. In Dachwohnungen und bei vielen Außenwänden ist Stufe eins bis zwei die sichere Wahl.
Die richtige Einstellung ist das Sternsymbol auf dem Thermostatkopf. Es steht für die Frostschutzstellung und hält den Raum bei etwa fünf bis sechs Grad. In gut gedämmten Wohnungen mit Nachbarn ringsum reicht das aus. Bei Wohnungen mit vielen Außenwänden, im Dachgeschoss oder über einer unbeheizten Durchfahrt ist Stufe eins bis zwei die sichere Wahl, also ungefähr zwölf bis sechzehn Grad.
Ein Detail, das oft übersehen wird: Die Frostschutzstellung funktioniert nur, wenn die Heizungsanlage im Haus tatsächlich in Betrieb bleibt. Bei Etagenheizungen und Gasthermen in der eigenen Wohnung darf die Anlage nicht komplett ausgeschaltet werden, sonst arbeitet auch der Frostschutz nicht.
Wasser abstellen ja, Leitungen leeren nur bedingt
Den Hauptabsperrhahn in der Wohnung zu schließen, ist eine der wirkungsvollsten Maßnahmen überhaupt. Ein geplatzter Schlauch an der Waschmaschine oder eine undichte Armatur richtet in vierzehn Tagen erheblichen Schaden an, wenn Wasser nachläuft. Bei geschlossenem Hahn tropft im schlimmsten Fall der Rest aus der Leitung.
Der Hahn sitzt meist hinter einer Klappe im Bad oder unter der Spüle. Prüfen Sie ihn ein paar Tage vorher, festsitzende Ventile lassen sich in Ruhe reparieren.
Der Hahn sitzt meistens im Bad hinter einer Revisionsklappe, unter der Spüle oder im Hauswirtschaftsraum. Wenn Sie ihn noch nie bewegt haben, prüfen Sie ihn ein paar Tage vor der Abreise, denn festsitzende Ventile lassen sich mit Ruhe reparieren, aber nicht eine halbe Stunde vor dem Zug.
Das vollständige Entleeren der Leitungen ist etwas anderes und in normalen Mietwohnungen weder nötig noch sinnvoll. Relevant wird es nur bei unbeheizten Objekten, Ferienwohnungen oder Außenzapfstellen. Einen Außenwasserhahn auf dem Balkon sollten Sie dagegen unbedingt absperren und den Auslauf öffnen, damit Restwasser nicht im Ventil gefriert.
Vor der Abreise einmal richtig lüften
Feuchtigkeit ist der eigentliche Gegner einer verschlossenen Winterwohnung. Was am Abreisetag in der Luft ist, bleibt zwei Wochen drin und sucht sich die kälteste Oberfläche. Deshalb gehört ein kräftiger Durchzug von zehn bis fünfzehn Minuten unmittelbar vor dem Abschließen zur Vorbereitung, am besten mit weit geöffneten Fenstern statt gekippt.
Alles, was Feuchtigkeit nachliefert, sollte vorher aus der Wohnung. Wäsche, die noch trocknet, gehört nicht in die leere Wohnung. Der Wäschekorb mit feuchten Handtüchern ebenso wenig. Leeren Sie Gießkannen, kippen Sie Untersetzer aus und lassen Sie die Duschkabine offen stehen, damit Restwasser abtrocknen kann.
Innentüren offen zu lassen, hilft der Luft, sich gleichmäßig zu verteilen. Türen zu selten beheizten Räumen wie Schlafzimmer oder Abstellraum sind dabei die wichtigsten, weil sich Feuchte sonst dort sammelt, wo es am kältesten ist.
Kühlschrank, Steckdosen und der Rest der Technik
Ein voller Kühlschrank ist über zwei Wochen kein Problem, ein halbleerer mit angebrochenen Lebensmitteln schon. Räumen Sie alles aus, was verderben kann. Wer ganz abtauen will, sollte den Schrank danach mit angelehnter Tür stehen lassen, sonst bildet sich Schimmel in der Dichtung.
Ziehen Sie Stecker von Geräten, die niemand braucht: Fernseher, Router muss bleiben, wenn Smart-Home-Technik läuft, Kaffeemaschine, Wasserkocher, Verlängerungsleisten im Arbeitszimmer. Das senkt den Standby-Verbrauch und nimmt gleichzeitig eine Brandquelle aus dem Spiel. Waschmaschine und Geschirrspüler dürfen zusätzlich am Zulaufventil geschlossen werden, falls Sie den Hauptabsperrhahn offen lassen wollen.
Handwerklich einfach und im Winter besonders sinnvoll: die Batterien der Rauchwarnmelder vorher testen. Ein Melder, der über die Feiertage anfängt zu piepen, macht Nachbarn nervös und wird gelegentlich abgeklemmt, was niemandem hilft.
Die Wohnung soll bewohnt aussehen, nicht bewacht
Wohnungseinbrüche häufen sich in der dunklen Jahreszeit, weil früh dunkel wird und lange dunkel bleibt. Was abschreckt, ist der Eindruck von Anwesenheit. Zwei Zeitschaltuhren an Stehleuchten in verschiedenen Räumen, die abends unterschiedlich lange schalten, wirken besser als eine Lampe, die jeden Tag exakt um 18 Uhr angeht.
Zwei Leuchten in verschiedenen Räumen, die zu unterschiedlichen Zeiten schalten, wirken glaubwürdiger als eine Lampe, die jeden Abend punktgenau angeht.
Rollläden sollten nicht vierzehn Tage durchgehend unten bleiben, denn das ist ein deutliches Signal. Wenn ein Nachbar sie gelegentlich bewegt, ist viel gewonnen. Dasselbe gilt für den Briefkasten: ein überquellender Briefkasten ist die zuverlässigste Abwesenheitsmeldung, die es gibt.
Verzichten Sie darauf, die Reise in sozialen Netzwerken anzukündigen, solange Sie unterwegs sind. Die Bilder funktionieren nach der Rückkehr genauso gut.
Einer muss den Schlüssel haben
Die wichtigste Maßnahme kostet nichts. Geben Sie einer Person Ihres Vertrauens einen Schlüssel und Ihre Handynummer, und sagen Sie ihr, wo der Hauptabsperrhahn sitzt und wo der Sicherungskasten ist. Fast jeder größere Wasserschaden in einer leeren Wohnung wäre klein geblieben, wenn jemand innerhalb weniger Stunden hätte hineingehen können.
Informieren Sie außerdem die Hausverwaltung, wenn Sie länger als ein paar Tage weg sind. Viele Mietverträge enthalten die Pflicht, für längere Abwesenheiten eine erreichbare Person zu benennen. Das ist keine Formalie: Wer im Schadensfall nicht zugänglich ist, riskiert Diskussionen mit der Versicherung.
Und ein Punkt, der oft unterschätzt wird: Die Hausratversicherung erwartet, dass Sie zumutbare Vorkehrungen treffen. Dazu zählen im Winter das Beheizen der Wohnung auf Frostschutzniveau und, je nach Bedingungen, eine regelmäßige Kontrolle bei längerer Abwesenheit. Wer die Heizung komplett abstellt und danach einen Frostschaden meldet, muss mit Rückfragen rechnen.
Zurückkommen in eine Wohnung, die auf Sie gewartet hat
Die Liste ist kürzer, als sie klingt: Thermostate auf Frostschutz, Wasserhahn zu, einmal kräftig lüften, Feuchtes raus, Stecker ziehen, zwei Zeitschaltuhren, ein Schlüssel bei jemandem, der erreichbar ist. Das sind vielleicht fünfzig Minuten am Abreisetag. Dafür bekommen Sie zwei Wochen zurück, in denen Sie nicht darüber nachdenken müssen, ob zu Hause etwas tropft. Und beim Wiederkommen riecht die Wohnung nach nichts, was ein sehr gutes Zeichen ist.
Fotos: Textnetz, Generiert mit KI









