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Schlafzimmer im Winter richtig temperieren und lüften

6 Minuten Lesezeit
Frau öffnet im Winter morgens das Schlafzimmerfenster weit, die Bettdecke ist zum Auslüften zurückgeschlagen

Im Schlafzimmer im Winter fünf bis zehn Minuten weit öffnen, statt das Fenster die ganze Nacht zu kippen. So entweicht die Feuchtigkeit der Nacht, ohne dass die Wände auskühlen.

Das Schlafzimmer ist der Raum, in dem die meisten Menschen im Winter zwei widersprüchliche Wünsche haben. Beim Zubettgehen soll es angenehm sein, beim Schlafen eher kühl, und morgens möchte niemand in ein eisiges Zimmer steigen. Viele lösen das mit einem Kompromiss, der keinem Ziel dient: Die Heizung bleibt aus, das Fenster steht nachts auf Kipp, und die Sommerdecke wird durch eine zweite ergänzt. Das Ergebnis ist oft ein klammer Raum mit kalten Wänden. Wer das Schlafzimmer im Winter richtig einstellt, schläft besser und schützt zugleich die Wohnung vor Feuchtigkeitsschäden. Drei Stellschrauben entscheiden darüber: Temperatur, Luftfeuchtigkeit und die Bettdecke.

Rund 17 Grad sind im Schlafzimmer im Winter ideal

Nachts sinkt die Körpertemperatur leicht ab, und ein kühler Raum unterstützt diesen natürlichen Prozess. Für das Schlafzimmer empfiehlt das Umweltbundesamt eine Temperatur von etwa 17 Grad. Die meisten Schlafforschenden nennen einen Bereich zwischen 16 und 19 Grad als günstig für erholsamen Schlaf. Wärmer als 20 Grad sollte es im Winter nicht sein, weil ein zu warmer Raum das Einschlafen erschwert und nächtliches Schwitzen fördert.

Zu kalt darf das Zimmer allerdings auch nicht werden. Unter etwa 16 Grad fällt es vielen Menschen schwer, die Körpertemperatur im Schlaf zu halten, und das Aufstehen wird unangenehm. Für ältere Menschen, für Menschen mit niedrigem Blutdruck und für Babys gelten eher etwas höhere Werte, bei Kleinkindern etwa 18 Grad. Wichtiger als die exakte Zahl ist das persönliche Empfinden: Wer nachts weder friert noch schwitzt, liegt richtig.

Ein unbeheiztes Schlafzimmer wird schnell zum Schimmelrisiko

Viele drehen die Heizung im Schlafzimmer den ganzen Winter ab und öffnen abends die Tür zum warmen Flur, damit es etwas wärmer wird. Das ist einer der häufigsten Wege zu Schimmel. Warme Luft aus den anderen Räumen enthält mehr Feuchtigkeit. Trifft sie auf die kalten Wände des Schlafzimmers, kühlt sie ab, und die Feuchtigkeit schlägt sich nieder, vor allem in Ecken, hinter Schränken und an Außenwänden.

Hinzu kommt, dass jeder Mensch im Schlaf Feuchtigkeit abgibt. Pro Nacht ist das je nach Person, Temperatur und Bettdecke etwa ein Viertel bis ein halber Liter. In einem kalten, geschlossenen Raum kann diese Feuchtigkeit nicht entweichen. Die Verbraucherzentralen raten deshalb, auch das Schlafzimmer in der Heizperiode tagsüber mäßig zu beheizen, statt es komplett auskühlen zu lassen, und die Tür zu wärmeren Räumen geschlossen zu halten. Wie Sie Schimmel im Wohnraum grundsätzlich vermeiden, lesen Sie in unserem ausführlichen Beitrag hier auf Ratschlag Wohnen.

Stoßlüften schlägt das gekippte Fenster

Das nachts gekippte Fenster ist im Winter keine gute Idee. Es tauscht die Luft nur langsam aus, kühlt aber die Wandflächen rund um das Fenster stark ab. Dort kann sich Feuchtigkeit sammeln, und die Heizkosten steigen, wenn der Heizkörper darunter gegen die kalte Luft anarbeitet.

Besser ist es, zweimal am Tag kräftig zu lüften: morgens nach dem Aufstehen, wenn die Feuchtigkeit der Nacht im Raum steht, und abends vor dem Schlafengehen. Öffnen Sie dazu das Fenster weit, im Idealfall gegenüberliegende Fenster oder Türen gleichzeitig, und drehen Sie das Thermostat für diese Zeit herunter. Im Winter reichen fünf bis zehn Minuten, weil der Temperaturunterschied zwischen innen und außen den Luftaustausch beschleunigt. Die Möbel und Wände behalten ihre Wärme, und der Raum ist nach dem Lüften schnell wieder angenehm.

Die Luftfeuchtigkeit gehört ins Blickfeld

Neben der Temperatur spielt die Luftfeuchtigkeit eine wichtige Rolle für das Schlafklima. Das Umweltbundesamt nennt für Wohnräume einen Bereich von 40 bis 60 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit. Liegt der Wert dauerhaft darüber, steigt das Risiko für Schimmel und Hausstaubmilben. Liegt er darunter, trocknen Schleimhäute aus, und manche Menschen wachen mit kratzigem Hals auf.

Digitales Hygrometer auf einer Holzkommode im Schlafzimmer zeigt 17,5 Grad Raumtemperatur und 52 Prozent Luftfeuchtigkeit
17 Grad und rund 50 Prozent Luftfeuchtigkeit sind im Winter ein gutes Schlafklima. Ein Hygrometer an der Innenwand zeigt, ob Lüften und Heizen zusammenpassen.

Ein günstiges digitales Hygrometer, das es für wenige Euro gibt, zeigt Ihnen, wo Sie stehen. Stellen Sie es nicht direkt ans Fenster oder an den Heizkörper, sondern auf eine Kommode an einer Innenwand. Messen Sie morgens vor dem Lüften: Zeigt das Gerät regelmäßig mehr als 60 Prozent, sollten Sie häufiger lüften oder etwas wärmer heizen. Liegt der Wert im Schlafzimmer dauerhaft unter 40 Prozent, was bei stark beheizten Wohnungen vorkommt, hilft oft schon, die Temperatur etwas abzusenken.

Die Winterdecke regelt, was die Heizung nicht kann

Die Raumtemperatur lässt sich nur grob einstellen, die Bettdecke dagegen sehr fein. Sie ist der wirksamste Hebel, um bei 17 Grad weder zu frieren noch zu schwitzen. Entscheidend sind Füllmaterial und Füllgewicht. Leichte Sommerdecken speichern wenig Wärme, im Winter darf die Decke deutlich mehr Füllung haben. Daunendecken bieten das beste Verhältnis von Wärme zu Gewicht und transportieren Feuchtigkeit gut ab. Decken mit Synthetikfüllung sind leichter zu waschen und eignen sich für Allergiker.

Hand schüttelt eine dicke Daunendecke mit Kassettensteppung auf, am Fußende liegen Bettsocken und eine Wärmflasche
Die Decke regelt fein, was die Heizung nur grob kann. Mit Kassettensteppung und Biber-Bettwäsche bleibt es bei 17 Grad Raumtemperatur warm im Bett.

Wer nachts leicht friert, ist mit einer Kassettensteppung gut beraten, bei der die Füllung in Kammern mit durchgehenden Stegen liegt und keine Kältebrücken entstehen. Wer eher zum Schwitzen neigt, wählt eine etwas leichtere Decke und setzt auf atmungsaktive Bettwäsche aus Baumwolle, Leinen oder Biber. Biber-Bettwäsche fühlt sich beim Hineinlegen sofort warm an und macht eine vorgeheizte Decke oft überflüssig. Eine Vierjahreszeiten-Decke, bei der eine leichte und eine mittlere Decke miteinander verknöpft werden, lässt sich ganzjährig nutzen.

Warme Füße sind der unterschätzte Einschlafhelfer

Ein kühler Raum und eine warme Decke genügen manchen Menschen nicht, weil sie mit kalten Füßen im Bett liegen. Kalte Füße können das Einschlafen verzögern, weil der Körper Wärme über Hände und Füße abgeben muss, um die Kerntemperatur zu senken. Sind die Blutgefäße in den Füßen durch Kälte verengt, gelingt das schlechter.

Ein Paar Bettsocken, ein warmes Fußbad am Abend oder eine Wärmflasche, die vor dem Hinlegen wieder aus dem Bett genommen wird, helfen oft mehr als ein höher gedrehter Heizkörper. Ein kleiner Teppich neben dem Bett nimmt dem morgendlichen Aufstehen die Kälte. Wer sich einen neuen Teppich für das Schlafzimmer zulegen möchte, findet in unserem Beitrag zur Teppichauswahl Hinweise zu Material und Größe.

Das Schlafzimmer im Winter ist ein Raum zum Abkühlen

Ein gut eingestelltes Schlafzimmer im Winter ist kein kalter, aber ein kühler Raum. Tagsüber mäßig beheizt, morgens und abends kräftig gelüftet, mit einer Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent und einer Bettdecke, die zur Temperatur passt. Die Heizung läuft nachts auf niedriger Stufe oder regelt automatisch ab, wie es smarte Thermostate ermöglichen.

Die Umstellung dauert einen Nachmittag: Winterdecke aus dem Schrank holen und aufschütteln, Hygrometer aufstellen, Heizung auf 17 Grad einstellen, Lüftungsroutine festlegen. Nach einer Woche zeigt sich, ob Temperatur und Decke zusammenpassen. Und dann lohnt sich der Blick morgens aufs Hygrometer mehr als der auf die Heizkostenabrechnung.

Fotos: Textnetz, Generiert mit KI

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