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Kleiderschrank auf Winter umstellen ohne Mottenschäden

6 Minuten Lesezeit
Frau hält einen hellen Wollpullover ins Licht und prüft den Ärmel, neben ihr eine geöffnete Box mit Winterstrick, um den Kleiderschrank auf Winter umzustellen

Ein prüfender Blick auf jedes Wollteil, bevor man den Kleiderschrank auf Winter umstellt. So fällt ein beginnender Mottenbefall auf, bevor er sich auf andere Kleidung ausbreitet.

Der erste kalte Morgen kommt, und mit ihm die Suche nach dem dicken Pullover. Er liegt ganz oben im Schrank, in einer Kiste unter dem Bett oder irgendwo zwischen den Sommerkleidern. Beim Auseinanderfalten fällt dann ein kleines Loch am Ärmel auf, oder der Stoff riecht muffig nach einem halben Jahr im Dunkeln. Der Wechsel von Sommer- auf Wintergarderobe ist mehr als eine Frage des Platzes. Wer den Kleiderschrank auf Winter umstellen will, entscheidet dabei, ob Wollsachen, Daunenjacken und Sommerkleider die nächste Saison unbeschadet erreichen. Eine gut geplante Stunde reicht dafür meist aus, und sie beginnt mit einem genauen Blick auf jedes Wollteil.

Den Sommer nicht beim ersten kühlen Tag wegpacken

Der Herbst ist wechselhaft. Auf eine kalte Woche folgen oft noch einige warme Tage, an denen das leichte Kleid oder das T-Shirt wieder gebraucht wird. Wer beim ersten kühlen Morgen alle Sommersachen einpackt, holt sie zwei Wochen später wieder heraus. Sinnvoller ist ein Übergang in zwei Schritten: Zuerst wandern ausgesprochen sommerliche Teile wie Badesachen, Leinenhosen und ärmellose Tops in die Aufbewahrung, die Übergangskleidung bleibt noch im Schrank. Der endgültige Wechsel folgt, wenn sich das Wetter stabilisiert hat, meist im Oktober.

Nutzen Sie den Wechsel zugleich zum Aussortieren. Legen Sie vier Stapel an: behalten, reparieren, weitergeben und entsorgen. Was Sie in der vergangenen Saison nicht getragen haben, wandert eher auf den Stapel zum Weitergeben. Unser Beitrag zum Ordnungschaffen hier auf Ratschlag Wohnen hilft, den Schrank dauerhaft übersichtlich zu halten.

Beim Kleiderschrank auf Winter umstellen jedes Wollteil prüfen

Kleidermotten sind der größte Feind der Wintergarderobe. Genauer gesagt sind es ihre Larven, denn die unscheinbaren, strohgelben Falter selbst fressen nichts. Die Larven ernähren sich von Keratin, einem Eiweiß, das in Wolle, Kaschmir, Angora, Seide, Pelz, Federn und Filz steckt. Reine Baumwolle und Kunstfasern werden in der Regel nicht angegriffen, bei Mischgeweben fressen die Larven den tierischen Anteil heraus. Besonders gefährdet sind Textilien, die monatelang unberührt liegen und Haut- oder Schweißreste enthalten.

Wenn die Winterkleidung jetzt aus der Aufbewahrung kommt, sehen Sie sich jedes Wollteil genau an, bevor es in den Schrank zurückwandert. Achten Sie auf kleine Löcher, abgefressene Stellen, feine Gespinste und krümelige Rückstände in Falten, an Kragen und unter den Achseln. Ein befallenes Stück verteilt Eier und Larven schnell auf die anderen Textilien. Stecken Sie verdächtige Teile deshalb sofort in einen verschlossenen Beutel, bevor Sie sie durch die Wohnung tragen.

Kälte und Wärme töten Motteneier zuverlässig ab

Ist ein Kleidungsstück befallen, lässt es sich in vielen Fällen retten. Waschen Sie es, sofern das Pflegeetikett es erlaubt, bei mindestens 60 Grad. Für empfindliche Wolle und Kaschmir, die das nicht vertragen, ist der Gefrierschrank die schonende Alternative. Das Kleidungsstück kommt in einem verschlossenen Beutel für mehrere Tage bei minus 18 Grad in die Truhe. Als Richtwert gelten mindestens drei Tage, damit auch Eier im Inneren dicker Stoffe sicher abgetötet werden. Danach wird es gründlich ausgebürstet.

Der Schrank selbst wird ausgeräumt, gründlich ausgesaugt, auch in Ritzen, Ecken und Bohrlöchern für die Regalböden, und anschließend feucht ausgewischt. Vergessen Sie Wollteppiche unter Betten und Kommoden nicht, sie sind ein häufig übersehener Herd. Pheromonfallen mit Lockstoff zeigen Ihnen, ob noch Falter unterwegs sind, beseitigen einen Befall aber nicht. Bei hartnäckigem Befall helfen Schlupfwespen, winzige Nützlinge, die die Motteneier parasitieren und für Menschen unbemerkt bleiben.

Sommerkleidung nur sauber und trocken einlagern

Auch die Sommerkleidung braucht Vorbereitung, bevor sie ins Winterlager geht. Waschen Sie alle Teile, auch solche, die nur einmal getragen wurden. Unsichtbare Flecken von Sonnencreme, Deodorant oder Schweiß oxidieren über die Monate und werden zu gelblichen Rändern, die sich kaum noch entfernen lassen. Parfüm- und Hautreste locken außerdem Schädlinge an.

Entscheidend ist, dass die Kleidung vollständig trocken ist. Schon ein Rest Feuchtigkeit reicht, damit sich in einer geschlossenen Box über den Winter Stockflecken und muffiger Geruch bilden. Lassen Sie Wäsche nach dem Waschen lieber einen Tag länger liegen. Leinen, Seide und helle Stoffe lagern Sie am besten in atmungsaktiven Stoffbeuteln oder in säurefreiem Seidenpapier. Normales Seidenpapier kann Säure enthalten, die empfindliche Textilien über längere Zeit angreift.

Vakuumbeutel sparen Platz, aber nicht für jedes Material

Vakuumbeutel sind eine beliebte Lösung für kleine Wohnungen. Sie reduzieren das Volumen von Bettdecken, Kissen und robuster Kleidung erheblich und schützen vor Staub und Schädlingen. Für knitterarme Stoffe wie Jersey, Fleece oder Sportkleidung eignen sie sich gut.

Vakuumbeutel mit Fleecejacken neben einer Kunststoffbox mit locker gefalteten Wollpullovern und Daunenweste
Fleece und Sportkleidung dürfen ins Vakuum, Wolle und Daunen nicht. Sie brauchen Luft, um ihre Bauschkraft und Wärme zu behalten.

Für Daunen und Wolle sind sie dagegen weniger geeignet. Daunen und hochwertige Wolle brauchen Luft, um ihre Bauschkraft zu behalten. Werden sie über Monate stark komprimiert, erholen sich die Fasern oft nicht vollständig, und die Jacke oder Decke wärmt schlechter. Auch Kleidung mit Knöpfen, Stickereien oder Pailletten gehört nicht in den Vakuumbeutel. Solche Teile lagern Sie in verschließbaren Kunststoffboxen, die nicht luftleer gesaugt werden, oder in atmungsaktiven Kleidersäcken auf dem Bügel. Lavendelsäckchen oder Zedernholz können die Ablage von Motteneiern zusätzlich erschweren. Einen bestehenden Befall beseitigen sie aber nicht, und ihre Wirkung lässt nach einigen Monaten nach.

Die Daunenjacke braucht vor dem Winter frische Luft

Die Daunenjacke, die im Frühjahr ungewaschen in den Schrank gehängt wurde, hat über den Sommer oft ihre Füllkraft verloren. Hängen Sie sie vor dem ersten Tragen einige Stunden auf den Balkon oder an ein offenes Fenster und schütteln Sie sie kräftig auf. Riecht sie muffig oder ist sie verschmutzt, kann eine Wäsche nötig sein.

Person legt zwei Tennisbälle in einen Wäschetrockner neben eine frisch gewaschene dunkelblaue Daunenjacke
Zwei saubere Tennisbälle im Trockner lösen verklumpte Daunen. Die Jacke kommt erst in den Schrank, wenn sie vollständig durchgetrocknet ist.

Daunenjacken lassen sich in den meisten Fällen in der Waschmaschine waschen, sofern das Pflegeetikett es erlaubt. Verwenden Sie ein spezielles Daunenwaschmittel, wählen Sie ein Schonprogramm bei 30 Grad und eine niedrige Schleuderdrehzahl. Wichtig ist das Trocknen: Im Wäschetrockner bei niedriger Temperatur, zusammen mit zwei oder drei sauberen Tennisbällen, lösen sich verklumpte Daunen und plustern sich wieder auf. Die Jacke muss vollständig trocken sein, bevor sie in den Schrank kommt, sonst entstehen Stockflecken.

Wer den Kleiderschrank auf Winter umstellen will, plant den Frühling gleich mit

Am Ende des Wechsels hängt im Schrank die Kleidung, die Sie in den nächsten Monaten tatsächlich tragen, sauber, geprüft und gut erreichbar. Die Sommergarderobe liegt gewaschen, trocken und beschriftet in Boxen, am besten an einem kühlen, trockenen und dunklen Ort. Ein feuchter Keller eignet sich dafür nicht.

Stellen Sie sich für den Frühling schon jetzt einen Termin in den Kalender. Beim Wechsel zurück sind es dann die Wollsachen, die gewaschen und dicht verpackt werden müssen, denn über die warmen Monate haben Kleidermotten ihre aktivste Zeit. Wer das im April genauso sorgfältig macht wie jetzt im Oktober, findet im nächsten Herbst den dicken Pullover wieder so vor, wie er ihn eingepackt hat.

Fotos: Textnetz, Generiert mit KI

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